Die Würde der Frau ist unantastbar
Die Grüne Jugend spricht sich wehement gegen die Empfehlung des Ethikrates, die Babyklappen abzuschaffen, aus.
Dass der Ethikrat sich diese Entscheidung sicher nicht leicht gemacht hat, ist auch der Jugendorganisation von Bündnis 90 / Die Grünen in Mülheim bewusst. Dennoch appellieren die Jugendlichen nun an die Politik, dem Vorschlag des Ethikrates nicht zu folgen. Schließlich ist dieser nicht bindend.
In der Diskussion des anonymen Gebärens gehe es natürlich auch um das Wohl des Kindes und das nachhaltige Recht, seine Herkunft zu erfahren. Dennoch „wäre es ein Rückschritt in der gesellschaftlichen und frauenrechtlichen Entwicklung“, so Katja Geißenhöner, Koordinatorin der Grünen Jugend Mülheim, „und würde man die Not der Frauen – auch in Mülheim, die ihr Kind schweren Herzens abgeben, mit dem Wegfall der Babyklappen schüren“ und befürchtet, dass die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche steigen würde.
„Solange für Alleinerziehende die Hürden der Bürokratie und des Alltags in Deutschlands zu hoch hängen und Alleinerziehende die größte Gruppe derer darstellt, die an der Armutsgrenze leben, sollte es nicht um die Pflicht gehen, das eigene Kind anzunehmen und sich zu ihm zu bekennen, sondern um die Pflicht unserer Gesellschaft und Gesetzgebung diese Eltern zu unterstützen. 300 bis 500 Findelkinder mit anonymer Herkunft“, so Geißenhöner weiter, „sind 300 bis 500 Gründe für den Erhalt der Babyklappen.“